Fahrt nach Wuppertal

Fahrt nach Wuppertal

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Inzwischen hat die Zusammenarbeit der Volkshochschule Bingen und der Gerda und Kuno Pieroth Stiftung schon Tradition. Um die „Wartezeit“ zwischen den Skulpturenausstellungen von „Skulpturen bei 529 Bingen am Rhein“ von 2008 und „Skulpturen Bingen 2011: Natur und Schönheit“ zu überbrücken, gab es bereits 2009 eine Fahrt zum Lehmbruck Museum in Duisburg, dessen Sammlung sich auf die Entwicklung der Skulptur der Moderne konzentriert. Im November 2010 konnte man sich nun wieder in einer Tagesfahrt einem interessanten und vielseitigen Programm widmen. Gut vierzig Teilnehmer fuhren nach Wuppertal, um den von dem Künstler Tony Cragg gegründeten Skulpturenpark Waldfrieden und die Pierre Bonnard Ausstellung im Von der Heydt-Museum zu besuchen.

Der Skulpturenpark Waldfrieden wurde 2008 auf dem Grundstück der in den 40er Jahren auf annthroposophischen Grundsätzen errichteten Villa Waldfrieden eröffnet. Seit einiger Zeit schon hatte dem Künstler Tony Cragg, Rektor der Kunstakademie Düsseldorf, vorgeschwebt, eigene Skulpturen und die anderer Bildhauer in der bergischen Landschaft auszustellen. Der zur Villa gehörige Wald wurde durchforstet, es wurden Waldwege angelegt und die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um Skulpturen ausstellen zu können. In einem speziell für die Ausstellung von Bildhauerei vorgesehenen neugebauten Ausstellungspavillon waren beim Besuch der Binger Gruppe mehrere Werke des kinetischen Künstlers Jean Tiguely zu sehen. Die aus Schrott zusammengesetzt und sich in einem faszinierenden Zusammenspiel bewegenden Kunstwerke blieben in dem vom Glas dominierten Pavillion auch immer mit der sie umgebenden Natur verbunden und konnten so auch auf den Aussenraum wirken. In exzellenten Führungen wurden die im Park aufgestellten Werke Tony Craggs vorgestellt, die einen guten Überblick über das Schaffen des Bildhauers gaben. In der Umgebung des Parks konnte man die oft von Formen der Natur inspirierten Skulpturen als einen Vorgeschmack auf das Thema des Binger Skulpturenparks von 2011 sehen: Natur und Schönheit.

Nach einem angenehmen Mittagessen war der Nachmittag dem nachimpressionistischen Künstler Pierre Bonnard (1867-1947) gewidmet. Die umfassende Retrospektive im Von der Heydt-Museum zeigte sein Kunstschaffen von den Anfängen in Paris bis zu den farbenprächtigen Spätjahren an der Côte d’Azur. Den Teilnehmern wurde durch eine Führung das Schaffen Bonnards nähergebracht, es gab daran anschliessend aber auch noch einmal Zeit, die Schönheit der Werke individuell auf sich wirken zu lassen. Ein Ausflug, der wieder einmal „Lust auf mehr“ gemacht hat und dazu beitragen konnte, das Verständnis der Kunst des 20. Jahrhunderts zu vertiefen.